Buchvorstellung „Transit 64“
„Transit 64 von BudeMunkWieland erzählt von einem Moment, in dem Geschichte hätte anders verlaufen können – und davon, wie eng Politik, Öffentlichkeit und persönliche Biografien miteinander verwoben sind. Der Roman lädt dazu ein, bekannte historische Ereignisse neu zu denken und die Macht von Möglichkeiten auszuloten.“
– Sebastian Linke, Fachbereich Kultur
Inhalt:
Im Mittelpunkt steht eine alternative Episode deutscher Zeitgeschichte: Die Handlung setzt im geteilten Berlin der 1960er Jahre ein und knüpft an einen realen historischen Moment an – den Zwischenstopp von Marlene Dietrich im Jahr 1964 in Ostberlin. Ausgehend von diesem Ereignis entwirft der Roman ein kontrafaktisches Szenario und stellt die provokante Frage, welche politischen Dynamiken hätten entstehen können, wenn führende Akteure der Bundesrepublik versucht hätten, die weltbekannte Künstlerin für eine aktive politische Rolle zu gewinnen.
So wird imaginiert, dass Willy Brandt und sein enger Vertrauter Egon Bahr Dietrich dazu bewegen wollen, als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin gegen den amtierenden Präsidenten Heinrich Lübke anzutreten. Aus dieser zugespitzten Ausgangslage entwickelt sich eine dichte Erzählung über Macht, Symbolpolitik, öffentliche Wahrnehmung und die Wechselwirkungen von Kultur, Medien und politischer Geschichte im Kalten Krieg.
„Transit 64“ verbindet dokumentarische Genauigkeit mit erzählerischer Freiheit und verknüpft reale politische Konstellationen mit spekulativer Narration. Dabei entsteht ein atmosphärisch dichtes Porträt einer Epoche, in der ideologische Grenzen, persönliche Biografien und globale Machtverhältnisse eng miteinander verwoben waren.

© Hanser Verlag
Die Autor:innen
Heinz Bude, geboren 1954, von 2000 bis 2023 Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel, seit 2020 Gründungsdirektor des dortigen documenta Instituts. Er lebt in Berlin. Bei Hanser erschien zuletzt „Abschied von den Boomern (2024)“.
Bettina Munk, geboren 1960, studierte Kunst in Berlin und London. Sie lebt in Berlin und lehrte an verschiedenen Hochschulen. Ausstellungen in Europa und den USA, zuletzt „Zeichnungen Berlin 1980er (Jahn und Jahn, München 2021)“ und „In Your Face (Vincenz Sala, Berlin 2024)“.
Karin Wieland, geboren 1958, studierte Politische Wissenschaften in Berlin, wo sie als Schriftstellerin lebt. Zuletzt erschien bei Hanser „Das Geschlecht der Seele. Hugo von Hofmannsthal, Bert Brecht und die Erscheinung der modernen Frau (2017)“.
Als Autor:innen- und Künstler:innenkollektiv veröffentlichten BudeMunkWieland „Aufprall (2020)“.
Im Rahmen der Literarischen Wochen 2026 ist das Autor:innen- und Künstler:innenkollektiv BudeMunkWieland am 25. Februar 2026, 19:30 Uhr in der VHS Bremerhaven zu sehen. Tickets und weitere Informationen sind erhältlich unter: www.vhs-bremerhaven.de/literarische-wochen ⬈



