Grußwort zum Abschied


Liebe Leserinnen und Leser,

mit der Planung des vorliegenden Herbstsemesters ist nach fast zwanzigjähriger Leitung der Volkshochschule Bremerhaven der Moment gekommen, mich zum 31. Juli von Ihnen zu verabschieden.

Mein Selbstverständnis bei der Erwachsenenbildungsarbeit war immer geprägt von der Überzeugung, dass Demokratie nicht ohne Bildung funktioniert. Wer sich einbringen will, wer mitgestalten möchte, braucht Zugang zu Informationen, aber auch die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge einzuordnen, Position zu beziehen und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen. Genau das fördern wir mit unserem Bildungsangebot.

Das bedeutet auch: Die Volkshochschule kann und darf bei aller weltanschaulicher und parteipolitischer Unabhängigkeit nicht neutral sein. Volkshochschule muss Stellung beziehen. Basis jedweder Bildungsarbeit sind immer die demokratischen Grundwerte.
Heute nach über 35-jähriger Tätigkeit im Weiterbildungssektor in unterschiedlichen Bundesländern lautet mein Plädoyer mehr denn je: Die Herausforderung der Zukunft besteht in politisch wie wirtschaftlich immer schwieriger werdenden Zeiten darin, die aufklärerisch inspirierte Erwachsenenbildung nicht gegen die ausschließlich marktförmiges Wirtschaftlichkeitsdenken propagierende Weiterbildung auszutauschen und dabei alles auf der Strecke zu lassen, was sich nicht auf den ersten Blick auf der Ertragsseite darstellen lässt. Oder um an einen zentralen Satz von Theodor W. Adorno zu erinnern: „Erwachsenenbildung ist Aufklärung ohne Phrasen“. Diesen Anspruch gilt es auch künftig einzulösen. Ziel muss es bleiben, das emanzipatorische Langzeitprojekt „Volkshochschule“ in seiner ganzen Vielfalt in der Stadtgesellschaft weiter auszubauen.

Rückblickend erfüllen mich aber auch Freude und Dankbarkeit, wenn ich an die vielen Projekte und Maßnahmen denke, die unsere VHS in dieser Zeit geprägt haben. Es war mir stets wichtig, die Volkshochschule als einen offenen Ort des Lernens, des Austauschs und der Begegnung zu gestalten – für Menschen aller Altersgruppen, Hintergründe und Interessen.
Zufrieden blicke ich auf die Entwicklungen und Initiativen zurück, die wir gemeinsam umsetzen konnten. Ob es die Errichtung der Zweigstelle in der Alten Bürger, der Ausbau der Magistratsfortbildung, die interkulturelle Öffnung in einer zunehmend diversen Stadtgesellschaft, die Weiterentwicklung der Organisation Volkshochschule in Zeiten der Digitalisierung, der Aufbau von Bildungsketten durch neue Fachbereichszuschnitte, kulturelle Großveranstaltungen oder die ständige Verbesserung der Lernumgebung im Friedrich-Schiller-Haus war, jede einzelne Initiative war getragen von Engagement, von Kreativität und der Bereitschaft vieler Menschen, gemeinsam etwas zu bewegen. Ohne die Unterstützung, den Einsatz und die Inspiration des gesamten VHS-Teams wäre all dies nicht möglich gewesen. Ich danke allen, von den Kolleginnen und Kollegen über die vielen Kursleitenden bis zu den Kooperationspartnern, Freunden und Förderern, für die Zusammenarbeit, die gemeinsamen Ideen und die vielen wertvollen Momente. Und ich danke allen, die daran mitwirken, dass das Prinzip „Volkshochschule in öffentlicher Verantwortung“ in unserer Kommune jetzt und künftig verlässlich Bestand hat.

Bleiben Sie neugierig! Bleiben Sie wissbegierig! Dem gesamten Team und allen Lernenden wünsche ich weiterhin viel Erfolg, Freude und Inspiration in der Weiterbildung.

Ihre
Dr. Beate Porombka
Direktorin der Volkshochschule

Ausgewählte Meilensteine

Einweihung des Ella Kappenberg Saales
mit Rita Süssmuth
2008

Qualitätsentwicklung der Lernumgebung – neues Farbkonzept
2009

Alice Schwarzer bei den
Literarischen Wochen
2010

Joachim Gauck bei den
Literarischen Wochen
2011

Eröffnung der Zweigstelle
VHS-Zentrum „Alte Bürger“
2013

Preisverleihung des
Bremer Diversity Preises
2017

Festakt – 100 Jahre
VHS Bremerhaven
2019

Verabschiedung eines
langjährigen Dozenten
2023 

Eröffnung der neuen Werkstatträume
im Souterrain der VHS
2026

Grußworte zum Abschied

Für mich ist die VHS ein besonderer Ort – ein Ort der Offenheit, des Lernens und der Begegnung.
Frau Dr. Porombka hat Rahmenbedingungen geschaffen, in denen sich Kursleitende und Teilnehmende gleichermaßen entfalten können. Für ihren neuen Lebensabschnitt wünsche ich Frau Dr. Porombka von Herzen viel Freude, Gesundheit, Zufriedenheit und Glück sowie viele bereichernde Begegnungen.

Martina Berger
VHS Kursleiter:innenrat

Liebe Frau Dr. Porombka,
mit Respekt für Ihren unermüdlichen Einsatz und Ihre Überzeugung bei der Umsetzung so vielfältiger Vorhaben danke ich Ihnen persönlich ganz besonders für Ihre ausgeglichene Art und das angenehme Arbeitsklima bei über 19 Jahren enger Zusammenarbeit – geprägt vor allem von Vertrauen, Umsicht, Wertschätzung und Unterstützung. Meinen herzlichen Dank für die ausnahmslos gute gemeinsame Zeit verbinde ich mit den allerbesten Wünschen für Ihre Zukunft!

Esengül Kumcu
VHS Leitungssekretariat

Liebe Frau Dr. Porombka,
Ihre Kompetenz und kluge Weitsicht dienten mir immer als Kompass, Ihr diplomatischer, aber unermüdlicher Einsatz für die Weiterbildung und konsequentes Einstehen für Ihre Überzeugungen waren und sind mir Vorbild und wertvolle Unterstützung. Schlicht und von ganzem Herzen: Danke und alles, alles Gute!

Ina Mausolf
Leiterin des Referats 23 beim Senator für Kinder und Bildung

Kultur und Bildung sind Verwandte ersten Grades und befruchten sich gegenseitig.
In Frau Dr. Beate Porombka habe ich eine überzeugte Mitstreiterin gefunden, durch deren Engagement und Energie viele gemeinsame musikalische Projekte in der Volkshochschule realisiert werden konnten. DANKE!

Marc Niemann
Generalmusikdirektor

Frau Dr. Porombka hat die Literarischen Wochen mit einer klaren Haltung geprägt und Literatur in Bremerhaven als Denkraum etabliert: ein Ort der Aufmerksamkeit, der Auseinandersetzung und offener Perspektiven. Ihre Arbeit hat gezeigt, wie produktiv Literatur für die Stadtgesellschaft wirkt und welche Bedeutung sie gewinnt, wenn man sie ernst nimmt. Dafür gilt ihr unser großer Dank.

Tobias Pollok
Kulturreferent Arbeitnehmerkammer

Fast zwei Jahrzehnte lang hat Frau Dr. Porombka die Einrichtung geleitet und ihre Entwicklung maßgeblich gestaltet. Mit großem Engagement hat sie neue Projekte initiiert, bestehende Strukturen gestärkt und die VHS als zentralen Ort für Bildung und gesellschaftlichen Austausch weiter ausgebaut. Während der Ägide von Frau Dr. Porombka hat sich der wertschätzende Umgang – auch unter den hauptamtlichen Kräften – spürbar verbessert.

Friedrich H. Rohde
VHS Teilnehmer:innenrat

„Jung, modern, weltoffen – so hieß lange der Slogan für Bremerhaven.
„Jung, modern, weltoffen“ – das gilt heute mehr denn je für die VHS Bremerhaven. Ein Haus, das seine Besucherinnen und Besucher, seine Teilnehmerinnen und Teilnehmer offen empfängt und eine wertschätzende Atmosphäre ausstrahlt. Ein Haus voller Kultur und Bildung für jeden und jede. Das ist das Verdienst von Beate Porombka, die über viele Jahre die VHS geleitet und mit klarer Haltung weiterentwickelt und in der Mitte der Bremerhavener Stadtgemeinde verankert hat. Als Kooperationspartnerin habe ich die VHS immer sehr geschätzt und mit Dir, liebe Beate, gern und kollegial zusammengearbeitet. Der Austausch über Fragen der Kulturentwicklung in Bremerhaven mit Dir war mir immer sehr wertvoll und wird mir fehlen.

Dorothee Starke
Leiterin Kulturamt Bremerhaven 2016-2026

Mit ihrer Erfahrung, ihrem Weitblick und ihrem analytischen Vorgehen hat Frau Dr. Porombka die Geschicke des Vereins in den 15 Jahren ihrer Tätigkeit als 2.Vorsitzende wesentlich mitgestaltet. Wir danken ihr herzlich für die geleistete Arbeit, die weit über das übliche Maß hinausging, und wünschen ihr für ihren ‚Ruhestand‘ alles erdenklich Gute.

Petra Simonowsky und Niklas Habbel
ehemalige und aktuelle Geschäftsführung der Bildungsgemeinschaft Arbeit und Leben Bremerhaven e.V.

Zurück